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Webmaster-Interview mit ‘Outnow.CH’

Qualitativ hochwertige Filmreviews sowie viele Zusatzinformationen erklären die 4 Millionen Pageviews pro Monat und die hochkarätigen Partnerschaften (Credit Suisse, Masterfoods, …) von ‘Outnow.CH‘ und machen die Website zur grössten Filmwebsite der Schweiz. Interview mit Thomas H., Webmaster von ‘Outnow.CH’, unter anderem über die Themen Patnerschaften und Sponsorings.

> Wie lässt sich der Erfolg von ‘Outnow.CH’ beschreiben?

Die Frage muss erst ein bisschen klarer definiert werden. Was ist Erfolg? Möglichst viele Besucher auf die Website zu locken? Möglichst viele Pageviews aufweisen zu können? Eine möglichst grosse Community aufzubauen?

Nun… unsere Definition von Erfolg ist eine andere: Outnow.CH ist für uns ein Erfolg, weil wir auch nach nun exakt 5 Jahren immer noch unseren Prinzipien treu bleiben können. Wir möchten Film-interessierten jungen Menschen eine Plattform für Informationssuche und -austausch bieten. Begonnen haben wir darum, unsere eigenen Kinoerlebnisse in Reviews niederzuschreiben und online zu schalten. Diese schmücken wir mit möglichst hochwertigen Zusatzinformationen und -daten, wie Filminfos, Trailers, hochauflösende Bilder und Poster. Das Ganze haben wir in ein möglichst übersichtliches und unkompliziertes Website-Layout ohne Werbung gepackt - und schon sind die ersten Besucher eingetroffen. Es war nie unser Ziel, das Ganze kommerziell zu betreiben. Und so werden sämtliche mit Outnow.CH in Zusammenhang stehende Arbeiten unentgeltlich von unserer Redaktion in der Freizeit gemacht.

Ganz ohne Budget gehts allerdings nicht, Serverkosten und -bandbreite werden durch dezent integrierte Sponsoren bezahlt. Dennoch: auf Outnow.CH ist kein Banner zu finden, und dies wird von unseren Besuchern sehr geschätzt. Innerhalb der letzten 5 Jahre sind wir so von einer kleinen Bastel-Website zur grössten Filmwebsite der Schweiz gewachsen - ohne selber Werbung für die Site gemacht zu haben. Aus technischer Sicht sehr dabei geholfen hat uns eine möglichst breite Verlinkung unserer Angebote auf fremden Sites, sodass nun die Google-Bots unsere Sites bereits täglich besuchen kommen.

Ich könnte nun noch das Standard-Marketinglatein runterbeten (750k Visits/Monat, 4mio Pageviews, 10min Verweildauer pro Usersession, Partnerschaften mit anderen grossen Playern - u.a. beliefern wir die Credit-Suisse mit Content für ihr Schweizer MSN Messenger Tab), doch für uns sind das zwar schöne Zahlen, wir würden das ganze Projekt aber auch so weiterbetreiben, wenns nur 1000 Besucher pro Tag wären - weil’s halt jede Menge Spass macht und Abwechslung in den Alltag bringt.

> Erzähle die Geschichte von ‘OutNow.CH’!

Gegründet im Februar 2000 von drei jungen Innerschweizer Studenten aus Langeweile und mangels Angebot deutscher Filmreviews, die unserem Filmgeschmack entsprachen. Mit der “Gründung” ging auch gleich die erste Version online. Nach und nach wurden die Angebote schliesslich ausgebaut, verschiedene Layouts gebracht.

Im Frühling 2003 haben wir uns erstmals nach einem Sponsor umgeguckt und dabei Masterfoods (m&m’s) für unsere Site begeistern können. Bedingt durch den immensen Besucherwachstum sind wir anfangs 2004 erneut auf Sponsorensuche gegangen, sind schlussendlich mit der Studentenkonto-Abteilung der Credit-Suisse eine Partnerschaft eingegangen. Partnerschaften der eher strategischen Art sind wir gleichzeitig mit dem Zürcher Geschäftsbereich von Radio NRJ eingegangen, sowie mit einem Lieferanten von Schweizer Kinoprogrammationsdaten.

Ein Meilenstein technischer Art ist der Server-Upgrade im Frühling 2004, weitere “Steine” sind eher fliessend in unser Angebot eingeflossen…

> Besteht für eine junge Website betreffend Besucher-volumen nicht die Huhn-Ei Problematik in der Suche nach hochwertigen Partnerschaften?

Tatsächlich ist es sehr schwer, gute Partnerschaften und Sponsorings zu erhalten. Dies hat mehrere Faktoren; der wichtigste und schwerwiegenste: die grossen Firmen haben alle Werbeagenturen, die ihnen alle Werbe- und Sponsoring-Angelegenheiten abnehmen. Diese Werbefirmen wiederum verlassen sich auf ihnen bekannte und bereits etablierte Sites. Das WEMF erfasst und beglaubigt die Besucherzahlen grosser Sites, anhand dieser Liste entscheiden dann die Agenturen, wo sie werben. Nur: das beglaubigen von Besucherzahlen würde uns pro Jahr rund 8.000 CHF kosten - einen Betrag, den wir andersweitig einiges besser einsetzen können.

Ein weiteres Problem ist, dass die meisten Firmen bislang noch immer keine Ahnung vom Internet haben. Ihnen sagen Visitors, Pageviews etc. nicht viel. Bei den Printmedien läuft das halt alles ein bisschen anders. So scheint beispielsweise ein (einmaliges) Inserat in einer Zeitung mit 120′000 Abonnenten für 20′000 CHF die bessere Option, als für das gleiche Geld ein Jahr lang auf einer Website präsent zu sein, welche im Monat 60′000 Visits hat.

Die Huhn und Ei Situation ist tatsächlich da, aber nicht im Bereich Besucherzahlen. Vielmehr wird nur auf etablierte, bekannte Sites gesetzt - und neue weitgehend ignoriert. So sind unsere Partnerschaften nur durch persönliche Kontakte (sprich: Vetternwirtschaft) zustande gekommen. Nach unserer Erfahrung ist jedoch nur der erste Kontakt ausschlaggebend über Annahme oder Ablehnung von weiteren Gesprächen. Erreicht man die richtigen Personen, sind diese meistens vom Projekt selbst begeistert - egal ob man nun beglaubigte Mediadaten hat oder nicht.

> Was sollte ein Webmaster mitbringen, um gute Partnerschaften knüpfen zu können?

Nun, die Frage lässt sich nicht einfach beantworten. Ein Patentrezept gibt’s wohl keines. Zwei Sachen helfen sicherlich: gute Referenzen einerseits, andererseits die Bereitschaft, Zeit in die Partnerschaft zu stecken. Es ist wichtig, dass man nicht nur das macht, was der andere erwartet, sondern ihm weitere Ideen, Features u.ä. präsentiert, auf die er selber nicht kommen würde. Wenn’s ein Patentrezept gäbe, wäre wohl die ganze Sache einiges einfacher ;-)

> Welche Rolle haben die Suchmaschinen und die Suchmaschinen-Optimierung in verschiedenen Phasen des Aufbaus von OutNow.CH gespielt?

Wer weiss es noch nicht: Google ist des Webmaster’s Freund. Viele Erstbesuche geschehen über die Google-Suche. Es ist darum wichtig, dass die Seiten für Google optimiert werden. Entsprechende Literatur, Theorien und Strategien gibt es im Internet in Unmengen zu finden. Wichtig ist hier zu erkennen, dass es sich um Langzeitstrategien handelt. Eine Änderung wird nicht sofort von Google erkannt. Steigt allerdings dann das Pageranking, so nimmt die Frequentierung der Google-Bots massiv zu. Während Google früher monatlich, dann wöchentlich unsere Seiten besuchte, ist es inzwischen praktisch täglich.

Dies bedeutet einerseits aktuellere Suchresultate für die Website, andererseits auch massiv mehr Traffic. Für den Webmaster mehr Qual als Freud sind die Bildersuchen im allgemeinen. Ein massiver Anteil der Bandbreite wird inzwischen von Besuchern verursacht, die sich nur für Bilder interessieren und daher keinen Mehrnutzen für die Website selbst darstellen. Unsere Strategie ist inzwischen, solche Besucher anhand ihrer Referers zu erkennen und ihnen im Gegenzug für die Bereitstellung der Bilder auch einige (Google-)Ads zu präsentieren.

Eine eigentliche SEO hat Outnow.CH schon länger nicht mehr vorgenommen. Denn es bedeutet oft einen massiven Aufwand, sich auf die neusten Strategien einzulassen. Da unsere Website im besonderen keinen Ertrag mit den Besuchern macht, verwenden wir unsere Zeit lieber mit dem Bereitstellen von qualitativ hochstehenden Inhalten… für eine gewinnorientierte Website darf der Suchengine-Faktor aber keinesfalls ignoriert werden!

> Besten Dank für dieses Interview!

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