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Webmaster-Interview mit ‘Ranking-check.de’

Ranking-check.de‘ bietet hochwertige Tools für die Suchmaschinen-Optimierung sowie das Internet-Marketing, und verzeichnet damit über eine Million Besucher pro Monat. Thorsten Olscha spricht im Webmaster-Interview u.a. über Mund-zu-Mund Propaganda und Geld verdienen im Internet.

> Worin besteht Eure Arbeit, was bietet Ihr an und wie erfolgreich seid Ihr damit?

Unser Job ist eigentlich gar nicht nur alles rund um das Suchmaschinen-Marketing, sondern ganz normaler Agentur-Alltag rund um Dienstleistungen im Internet. Die Webseite ‘ranking-check.de’ mit den Tools für Webmaster ist eigentlich mehr oder weniger zufällig entstanden, weil wir die angebotenen Tools für unsere Arbeit selber brauchten. Wir sind stolz, dass wir viele Tools immer topaktuell halten. Unsere Keyword Datenbank z.B. wird zweimal in der Woche neu gefüttert. Auch Google scheint endlich zu erkennen, dass unsere Datenbank wichtig ist und listet uns vor kommerziellen Konkurrenten, wie z.B. ‘keyword-datenbank.de’! Der Klassiker ‘Suchmaschinen-Ranking’ wird auch immer wieder angepasst. So haben wir erst kürzlich auf das Google- und das Yahoo-API umgestellt. Am meisten Arbeit macht uns derzeit die Webkataloge-Liste, in die wir viel Arbeit investieren, da sich naturgemäß Webkataloge sehr oft ändern. Da wir unseren Kunden beim Eintrag in Kataloge kein automatisiertes Tool anbieten, das in zehntausende Kataloge einträgt, machen wir die Aktualisierung schon aus reinem Eigennutz.

Geld verdienen wir mit unserer Seite kaum. Es existieren zwar AdWords-Banner, aber da wir Tools haben und keine Content-Seiten, wird darauf wenig geklickt. Die e-Mails, die wir aber von zufriedenen Nutzern erhalten, und die 1 Million Besucher jeden Monat ermuntern uns, weiter an den Tools zu arbeiten. Von den über 3’500 Nutzer des ‘Google Deepcrawl’-Tools gibt es durchgängig nur positives Feedback. Wir haben derzeit nur ein einziges Tool, den ‚Google Sitemap Generator’, den wir nicht umsonst anbieten. Bis Ende des Jahres planen wir aber auch hier eine kostenlose online Version.

Wir glauben, dass die Nutzer honorieren, dass wir eine Seite ohne viel Schnickschnack machen. Wir setzen bewusst auf klare Fakten, statt auf Hochglanzbroschüren, und uns ärgert, wie viele Kunden derzeit im Bereich Suchmaschinen- und Internet-Marketing abgezockt werden. Dem wollen wir Transparenz und gute Leistungen entgegensetzen.

> Eure Tools sind sehr hilfreich für das Suchmaschinen-Marketing und die Suchmaschinen-Optimierung. Worauf soll sich ein Webmaster diesbezüglich konzentrieren?

Puh, das ist eine sehr komplexe Frage. Wir unterscheiden auf jeden Fall immer zwischen off-Page Optimierung und on-Page Optimierung. Also einmal zwischen was auf einer Seite passiert wie beispielsweise der Schriftgröße, und was außerhalb einer Seite passiert, wie zum Beispiel die Links. Letzteres nimmt sicher mehr als 80% der Wichtigkeit ein.

Für Webmaster ist natürlich immer die Frage: “Wo bekomme ich meine Links her”. Viele verzweifeln hier. Aber es gibt doch eine Menge Möglichkeiten. Das Beste ist es natürlich, immer guten Content zu bieten, aber das reicht oft nicht aus, da immer weniger Seitenbetreiber von selbst Seiten verlinken. Eine Möglichkeit sind auf jeden Fall Webkataloge. Für Google sind Seiten, die aus Katalogen verlinkt werden, sehr wichtig. Viele Webmaster wissen aber nicht, dass es gute und schlechte Kataloge gibt. Einige Kataloge geben nämlich den PageRank gar nicht weiter, da sie einen so genannten Redirect benutzen. Auf unseren Webseiten kann man deswegen unterscheiden zwischen Katalogen, die PageRank vererben, und solchen, die das nicht tun. Unser Katalog spuckt derzeit 277 Kataloge aus. Das ist natürlich etwas viel. Es bietet sich an, die Kataloge mit einem PageRank größer als 4 zu nehmen, dann sind es nur noch 158.

Wenn man das gemacht hat, sollte man nach Seiten Ausschau halten, die ein ähnliches Thema behandeln wie die eigene Seite. Hat man beispielsweise eine Webseite rund um das Thema “Reise”, sollte man gleichartige Partnerseiten suchen, da Google das Thema einer Seite mittlerweile erkennt. Deswegen bietet es sich oft gar nicht an, teure Links einzukaufen oder Linktauschnetzwerke zu nutzen. Ein möglicher Einstiegspunkt ist unsere Linkpartner-Suche. Gibt man zum Beispiel “Reise” als Thema ein und sucht nur nach Webseiten, die einen PageRank höher als 1 haben, bekommt man eine Liste mit über 600 Seiten! Jetzt muss man diese Seiten nur noch anschreiben und sie um eine Verlinkung bitten.

Betreffend on-Page Optimierung ist die Auswahl der Keywords, für die man seine Webseite optimiert, sehr wichtig. Was wird öfter gesucht: “Suchmaschinen Eintrag”, “Eintrag Suchmaschine” oder “Wie trage ich mich in Suchmaschinen ein”? Wer’s weiss, kann seine Seiten besser optimieren. Denn was bringt die beste Optimierung, wenn dadurch ein Benutzer im Monat vorbeikommt. Dann kann man den Begriff besser für 5 Cent bei Google kaufen. Unterschätzen sollte man auch nicht saisonale Begriffe. Wenn Sie eine Seite zu Kinofilmen haben, ist das keine unwichtige Info.

Oft ist man überrascht, wie und nach was die Suchmaschinenbenutzer suchen. Was man fast immer unterschätzt sind Falschschreibweisen. Eine meiner Lieblingsseiten im Netz ist die Seite zu den Falschschreibweisen von Britney Spears. So hat alleine die falsche Schreibweise “brittany spears” noch ein Zehntel der Aufrufe der Originalschreibweise!

Den Erfolg überprüfen kann man mit unserem Ranking-Check. Wenn die Optimierung erst begonnen hat, und man irgendwo bei Platz 500 liegt, sollte man im Falle von Google lieber unser ‘Google Deepcrawl’-Tool benutzen. Wichtig ist nicht, dass man gleich auf Platz 1 ist, sondern dass man sich peu-à-peu steigert. Und dies kann man mit dem Deepcrawl überprüfen.

> Welche Arten von Marketing werden für ‘ranking-check.de’ gewählt?

Die Seite ‘ranking-check.de’ trägt sich vor allem durch Mund-zu-Mund Propaganda, neudeutsch virales Marketing. Also kommt der Traffic hauptsächlich durch Foren und Nennungen in Zeitschriften, sowie “normale” Links. Linktausch machen wir nur in ganz seltenen Fällen. Die Sinnhaftigkeit dieser Vorgehensweise leuchtet uns derzeit nicht ein. Natürlich sind die Seiten grundsätzlich auch Suchmaschinen-gerecht aufbereitet. Wir optimieren die Seite aber nur für wenige Suchbegriffe. So haben wir unsere Keyword-Datenbank wirklich nur für das Keyword “Keyword Datenbank” optimiert. An Klicks generiert man damit sehr wenige User. Vielleicht gerade mal 10 Klicks im Monat. Uns ist es wichtig, dass wir kein Spamming betreiben. Unsere Dienstleistungen bewerben wir ganz zielgerichtet über Google-AdWords und Overture. So schalten wir immer dann, wenn die Kapazitäten in einem Bereich nicht ausgelastet sind, sehr zielgerichtete Kampagnen.

Was unsere Werbeagentur angeht, so machen wir hier keine Kaltaquise, sondern setzen auch hier auf Mund-zu-Mund Propaganda und gehen direkt zum Kunden. Sei es auf Tagungen, Business-Treffen oder Ähnlichem. In bestimmten Fällen ergänzen wir dies durch PPC-Werbung und Anzeigen in Print-Werbung. Basis der Mund-zu-Mund Propaganda sind vitale Netzwerke, in denen wir uns engagieren. So arbeiten wir eng zusammen mit Netzwerken wie OpenBC, SAF, smart interactive und verschiedenen Werbeagenturen, wie z.B. Mediadefine. Netzwerke bieten nicht nur die Möglichkeit an Kunden zu gelangen, sondern viel wichtiger auch als Puffer. Hat man zu viele Aufträge, gibt man Aufträge ins Netzwerk hinein, hat man zu wenige, bekommt man Aufträge aus dem Netzwerk heraus. Wir haben mit Networking bisher nur positive Erfahrungen gemacht.

> Welches sind die Voraussetzungen für Mund-zu-Mund Propaganda?

Virales Marketing funktioniert für einige Webseiten sehr gut, für andere funktioniert es überhaupt nicht. Unser Ziel war es von Anfang an, schlicht und einfach durch Qualität zu überzeugen. Wir mussten jedoch feststellen, dass dies alleine nicht reicht. So gibt es immer wieder Angebote, die - obwohl kostenpflichtig und nicht dieselbe Qualität bietend - doch im Netz präsenter sind, als unser Angebot. Wir hoffen aber, dass die Benutzer im Web langfristig die Qualität von Angeboten erkennen. Allerdings haben wir den Trägheitsfaktor arg unterschätzt. So gibt es einige Angebote, dessen Quellen derzeit völlig überaltet sind, die aber dennoch bei jeder Gelegenheit sowohl in der Fachpresse als auch mit Links genannt werden. Eine Übernahme erfolgt durch die Redaktionen meist vollkommen unkritisch. Auch werden viele unserer Tools oft in Foren genannt, aber der Trägheitsfaktor sorgt dafür, dass die Wahrnehmung doch auf den anderen Angeboten bleibt. Für uns ist das ein Motivationspunkt mehr, unsere Tools ständig weiterzuentwickeln.

> Viele Websites sind nicht-kommerzieller Natur und werden von Webmastern als Hobby betrieben. Lässt sich im Internet mit Websites überhaupt Geld verdienen?

Also ich kenne eine Menge Website-Betreiber, und die wenigsten können so hohe Erlöse mit Ihrer Seite erzielen, dass sie alleine von diesen Erlösen leben könnten. Ich habe mit einem Freund zum Beispiel das Portal ‘weltbericht.de’ aufgezogen, auf dem wir sehr hochwertigen, einzeln recherchierten Content anbieten. Aber ein Artikel kostet zwischen 200 und 500 EUR. Wie soll man das refinanzieren? Das Problem ist, dass die meisten Leute nur wild im Internet suchen und kaum jemand hochwertigen Content wirklich liest. Und was AdWords angeht, geht der Schuss nach hinten los. Je schlechter eine Seite ist, desto eher klicken die Leute auf die Werbung. Portale, die hochwertigen Content anbieten - womöglich noch sauber redaktionell abgegrenzt - haben da das Nachsehen.

Was ‘ranking-check.de’ angeht, so betreiben wir das Portal ohne damit konkrete Erlösmodelle zu verbinden. Bei der Keyword-Datenbank haben wir eine Klickrate von 0,4%. Das heisst Einnahmen von vielleicht 20 EUR. Das ist nicht viel, davon kann man nicht mal die Serverkosten finanzieren. Aber ‘ranking-check.de’ ist für uns eine reine Image-Geschichte. Ähnlich, wie andere Firmen Open Source fördern, fördern wir freie Tools. Man wird dadurch etwas stärker wahrgenommen.

Wenn man wirklich Geld verdienen will, muss man mit seiner Webseite alle Verdienstkanäle ausnutzen. D.h. Affiliate-Werbung, AdSense oder Mirago, Links verkaufen, Kooperationen bilden etc. Das ist aber ein sehr mühsames Geschäft.

> Welche Erfahrungen habt Ihr mit Google’s AdSense gemacht?

Klar, Google’s AdSense Programm ist in aller Munde, nicht zuletzt, weil es für viele Webmaster schlicht DIE Einnahmequelle ist. ‘Ranking-check.de’ generiert nicht sehr viele Einnahmen damit, einfach weil unsere Seiten denkbar schlecht dafür geeignet sind. Nehmen wir als Beispiel die Keyword-Datenbank. Die Besucher benutzen die Seite als Tool und lesen nicht den Text. Naturgemäß klicken also weniger User auf die Anzeigen.

Es hängt immer von der Art der Seite und dem publizierten Inhalt ab, wie gut man Einnahmen via AdSense erzielen kann. Wir schreiben gerade an einem Tutorial, wie man AdSense Einnahmen noch weiter verbessern kann. Haupttenor ist, dass man viele Varianten ausprobiert und dann durch ein gutes Tracking den Erfolg exakt bestimmt sollte. Schrauben, an denen man drehen kann, sind das Layout der Adsense-Anzeigen, das Ausschließen von schlechten Anzeigen, Texten mit Hinblick auf die Höhe des Bietpreises, die Positionen der Anzeigen. Einige Tricks gibt es, z.B. das Positionieren von Grafiken, sodass diese den Anzeigentexten zugeordnet werden oder Tags, die unwichtige Bereiche des Quelltextes ausschließen oder bevorzugen. Wenn man alles zusammenschmeißt, lassen sich die Erträge durchaus signifikant erhöhen. Bei Klickraten unter einem Prozent macht man definitiv etwas falsch. 4-5 % sollten es durchschnittlich sein. Auf schlechten Seiten kann man durchaus 15-20% erreichen.

Aber ich möchte an dieser Stelle auch etwas Kritisches anmerken. So hat bei uns das Image von Google in letzter Zeit stark gelitten. Der Index von Google ist nicht mehr so gut, wie er mal war, und stark von Spam durchsetzt. Das AdSense-Programm liefert zwar gute Anzeigen, aber es kommt zu wenig von dem Geld, welches Google einnimmt, bei den Webmastern an. Was sich Google zudem bei AdWords liefert, ist eine Unverschämtheit, dort herrscht zum Teil Willkür, welche Anzeigen zugelassen oder abgelehnt werden. Durch das immer repressivere Bietsystem werden die Margen bei allen immer kleiner, nur die Taschen von Google voller und voller. Da ist es an der Zeit, sich nach Alternativen umzusetzen. Leider gibt es da momentan nicht allzu viele, wir arbeiten gerade an einem eigenen System. Derzeit kann man als großer Publisher auf Overture oder Miva setzen, als kleinerer auf Mirago oder Ebay’s neues Keyword-bezogenes Anzeigesystem.

> Vielen Dank für dieses Interview!

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