Rodelrennen und ‘Webbewerbe’
Ich war mit ein paar Jungs (und deren Mädels) neulich einen Tag in den Schweizer Bergen rodeln, und zwar auf einer der berüchtigsten Strecken der Schweiz. Eine im Winter gesperrte Passstrasse, die für Rodler präpariert wird und pro Abfahrt einen 15 Minuten andauernden Adrenalin-Kick verspricht (und je nach Fahrstil auch wirklich hält!). Was Rodeln mit dem Web zu tun hat - read on!
Wir pflegen diese Tradition nun schon seit 10 Jahren und kehren immer mit der einen oder anderen Blessur zurück - so auch dieses Mal. Mein Schienbein schmerzt noch immer, wieso muss sich mir bei Vmax meines Rodels auch eine mir unbekannte Rodelschnecke total unmotiviert vor mir überschlagen, wenn sich ein Ausweichmanöver nicht mehr machen lässt! Kollateralschaden, sag’ ich nur. Sie hat’s überlebt, glaub’ ich. Hab’ sie am Ziel später wieder gesehen…
Wir Jungs sind in den letzten Jahren in Sachen Fahrstil immerhin einiges ruhiger geworden, haben dies aber mit unserer verfeinerten Rodel-Kampftechnik überkompensiert. Wie’s ausschaut, wenn es einen mit dem Rodel bei 50 Sachen zerlegt? Muahahaa, geil! Schadenfreude kommt bombensicher auf beim Anblick der Schneewolke mit Holz und Beinen dazwischen. Und sollten solche Spektakel nicht durch gewagte Überholmanöver selbstverschuldet geschehen oder gelegentliche Eisflächen den Job erledigen, kann mit gezielten Handgriffen oder wohldosiertem Ellenbogen-Einsatz beim Kontrahenten nachgeholfen werden.
Höchst aufschlussreich an der Sache ist aber eigentlich die Reaktion der Mädels, die sich auf der Rodelstrecke übertrieben defensiv verhalten. Gemessen am schon auf der Hinfahrt anhaltenden verbalen Säbelrasseln der Jungs, jedenfalls. Bittere Pille: während wir harten Kerle uns spektakuläre Rennen und Karambolagen liefern, überholen uns die Frauen still und heimlich und sind schlussendlich zuerst im Ziel. Wo wir uns dann (frei aus dem Schweizer-Deutschen übersetzt) spitze oder nachsichtige Bemerkungen wie ‘Na, hattet ihr wackere Bubenspiele?!’ anhören müssen.
Um diese ‘Bubenspiele’ geht es mir in diesem Post. Auf der Rennstrecke gnadenlose Kontrahenten, klopfen wir Jungs uns im Ziel auf die Schultern und feiern die ausgetragenen Wettkämpfe. Im Wesentlichen geht’s doch nur darum, wer den Längeren hat, seien wir ehrlich. Und jetzt weiss ich auch, wieso ich immer mehr Besucher, mehr PageRank und höhere Suchmaschinen-Rankings will: um des Wettbewerbs willen. Vielleicht liegt es einfach in der Natur von Jungs, sich zu messen. Egal an was.
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